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Gratisstunde: Klienten Beratung - Kostenloses MPU-Beratung: kostenloses Informationsgespräch - MPU-Vorbereitung Stuttgart

Ihr MPU-Berater: Dipl.Psych. Reinhard Barth - MPU-Vorbereitung Stuttgart: kostenloses Informationsgespräch

Der Unterschied zwischen Internet und Wirklichkeit


Seit der Erfindung der Fotografie, des Films und des Internets müssen wir nicht mehr zu den Dingen kommen, sondern die Dinge kommen zu uns (John Berger/Ways of Seeing). Wir müssen zum Beispiel nicht zu den Pyramiden in Gizeh reisen, sondern die Pyramiden kommen zu uns. Wir können sie uns auf unserem Monitor ansehen, wenn wir ins Internet gehen und "Pyramiden in Gizeh" bei maps eingeben. Wir wissen aber nicht, wie es sich anfühlt dort zu sein, wenn wir mit streetview um die Pyramiden herumgehen. Wir wissen nicht wie die Luft riecht. Wir könnten uns zwar einbilden, dass wir dort waren. Das waren wir aber nicht wirklich.

Suchmaschinen haben einen großen Einfluss auf die Menschheit. Sie sind ein großes Machtinstrument. Die Inhalte im Internet unterliegen den Gesetzen der Maschine, ihren Suchmethoden. Die Inhalte im Internet unterliegen aber auch den Erkenntnissen, die man aus der experimentellen Wahrnehmungspsychologie und - Gedächtnispsychologie kennt, bzw. über die Beeinflussbarkeit des Menschen überhaupt. Das Internet ist daher eine Art von Intelligenztest. Wenn man einen Wunsch hat, wenn man etwas will, dann besteht immer die Gefahr, dass man manipuliert wird. Je wichtiger das Internet für unser tägliches Leben wird, desto wichtiger wird "Medienkompetenz" für unser tägliches Leben. Man braucht eine Anleitung für das Internet. Das Internet ist für unmündige User eher schädlich.

Man muss wirklich nachdenken, um den Unterschied zwischen abgebildeter Wirklichkeit (Nicht-Ding) und Wirklichkeit (Ding) zu begreifen. In der digitalen Welt ist potentiell nichts wie es scheint. Jede Information muss überprüft werden, besonders wenn sie sehr erfreulich ist und den eigenen Wünschen sehr gelegen kommt, oder wenn sie extrem beängstigend ist. Den eigenen Wünschen sehr gelegen kommt die Nachricht: "Alle Personen, die wir auf die MPU vorbereiten, bekommen ein positives Gutachten!" und eine Nachricht, die sehr beängstigend ist, lautet: "Ohne MPU-Vorbereitung fallen 80 % der Klienten beim ersten Mal durch!" Und natürlich findet man diese Nachricht oft in Kombination. Hier sollte man vorsichtigt sein. - Kettenbriefe verbreiten beängstigende Nachrichten in der digitalten Welt und werden oft ungeprüft weitergeleitet siehe auch Hoax.

Die Art und Weise, in der uns die Suchmaschine die Welt präsentiert, nimmt Einfluss auf die Art und Weise wie wir die Welt sehen. Wir sehen nämlich nicht die Welt, sondern wir sehen sie so wie eine Maschine sie uns zeigt (meistens Google). Es stellt sich immer die Frage: Was will die Website uns verkaufen? Jede privatwirtschaftliche Website ist eine Art Verkaufsgespräch, das der Internetuser für seine eigenen Zwecke nutzen möchte. Der Internetuser möchte kostenlos Informationen, der Websitebetreiber will eine Ware oder Dienstleistung verkaufen und ködert den User mit Informationen. Es gibt aber auch Brückenseiten (Satelittenseiten), die keinen eigentlichen Nutzen haben und als Zwischenseiten fungieren. Sie verweisen auf die eigentliche Website, auf der der User dann eine bestimmte Ware oder Dienstleistung einkaufen soll. Ein Beispiel sind Seiten auf denen irgendeine Ware oder Dienstleistung getestet wird, oder dem User etwas erklärt wird, z.B. die MPU.

Man muss unterscheiden zwischen privatwirtschaftlichen und staatlichen Brückenseiten. Die Website des Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) und die Seite der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) kann man als staatliche Brückenseite auffassen. Das BMVI und die BASt empfehlen Verkehrspsychologen für die Vorbereitung auf die MPU. Die BASt bietet auch ein MPU-Portal. Hier erhält der Verbraucher neutrale Informationen zur MPU. Das Besondere an staatlichen Brückenseiten ist, dass es keine wirtschaftlichen Interessen im Hintergrund gibt. Der Staat will den Verbraucher mit diesen Websits schützen.

Demgegenüber ist der TÜV keine staatliche Organisation, sondern eine Aktiengesellschaft, Beispiel: TÜV SÜD AG. Die einbezogenen Unternehmen ergeben eine komplexe Konzernstruktur. Dazu gehören auch Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF). Eine Niederlassung in Stuttgart haben Beide Firmen gehören eindeutig zur komplexen Konzernstruktur des TÜV SÜD (Geschäftsbericht 2015, S.139), bieten in Stuttgart City die Fahreignungsbegutachtung (MPU) an und konkurrieren miteinander. Die Monopolbildung in der freien Marktwirtschaft wird gegenüber dem Verbraucher dadurch verschleiert, dass eingebundene Unternehmen eines Konzerns miteinander um den Kunden konkurrieren. Von Seiten des Konzerns spricht man hier von einer "Mehrmarken-Strategie". Gleichgültig bei welcher Marke der Kunde einkauft, er kauft immer beim Konzern ein. - Die IBBK gehört aber nicht zum Konzern (Liste der Träger von BfFs).

Bestimmte Internetuser verlassen sich auf die Suchmethode (den Suchalgorithmus) der Suchmaschine. Das soll heißen: Aus der Position einer Website in den Suchergebnissen schließen sie auf die Qualität der angebotenen Dienstleistung oder Ware. Geht man als User nach der genannten Entscheidungsregel vor, dann muss man die Werbekosten, die an die Suchmaschine bezahlt werden, mittragen. Man bezahlt für die Illusion, mit einer simplen Finderegel den Besten gefunden zu haben, unter Umständen einen hohen Preis.

Früher sagte man bei bestimmten Leuten: "Große Klappe und nichts dahinter!" Seit der Erfindung des Internets müsste es heißen: "Tolle Position in den Suchergebnissen und nichts dahinter!" (Suchen im Internet und Werbung).

Wir müssten ohne das Internet viel mehr reisen. Manchmal lohnt es sich aber zu reisen. Bei wichtigen Dingen muss man sich die Mühe machen, die Dinge persönlich anzusehen. Man kann sie nicht aus dem Internet, dem Video, dem Bild, dem geschriebenen Wort, das andere verfasst haben, erschließen. Selbst mit dem Telefon geht es nicht. Man muss es sich selbst ansehen und den Unterschied erfassen.

Man kann das Internet sogar als Instrument sehen, um eine Verteilungsungerechtigkeit in der Gesellschaft zu befrieden. Menschen, die von der Sozialhilfe leben, können sich viele Stunden pro Tag im Internet schöne Dinge ansehen. Sie können teilhaben, aber nicht wirklich. Sie können es sich nur anschauen. Früher wären sie vielleicht auf die Straße gegangen und wenn auch nur aus Langeweile. Heute sind sie auf Entdeckungstour mit ihrem Smartphone.

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Haltung als Berater und als Therapeut


Carl Rogers

Wir orientieren uns in unserer Beziehung zu unseren Klienten an einer personenzentrierten Haltung, die z.B. Carl Rogers in seinen Büchern sehr ausführlich beschrieben hat. Diese Haltung ist gekennzeichnet durch: Authentizität, unbedingte Wertschätzung und Empathie.

1. Unter Authentizität versteht man "Echtheit", ob jemand sich selbst ist und nicht irgendeine Rolle spielt.

2. Unbedingter Wertschätzung meint eine Haltung, die den Anderen in seinem Wesen bejaht und ihn annimmt, wie er ist.

3. Empathie bedeutet, sich absichtslos von Augenblick zu Augenblick in die innere Erlebniswelt des Anderen zu versetzen und zu empfinden, als ob man er wäre. Dabei ist die Qualität des "Als ob" sehr wichtig: Wird sie übersehen, empfindet man genauso wie der Andere, so handelt es sich um eine meist wenig hilfreiche reine Identifikation, die ein Mitaufgehen in der Emotion bedeutet. "Mitaufgehen in der Emotion" ist die Formulierung von Rogers. Man könnte es noch anders nennen.

Über diese Haltung, gäbe es noch viel zu sagen. Letztlich ist es eine Haltung, die Persönlichkeitswachstum fördert (s.a. den Aufsatz von Carl Rogers, "Notwendige und hinreichende Bedingungen für Persönlichkeitswachstum"). - Ganz ähnlich wie Rogers ist die Motivierende Gesprächsführung von Bill Miller und Steve Rollnick.

Jedoch ist manchmal eine andere Haltung erforderlich. Die hilfreiche Person sollte dann den Klienten konfrontieren können und für etwas stehen, dass Sigmund Freud das "Realitätsprinzip" genannt hat. Bagatellisierung, Verleugnung und "nicht wahrhaben Wollen" können bei der MPU-Vorbereitung eine Rolle spielen.

Zwei Denkweisen

Es gibt unterschiedliche Sichtweisen in der Fachwelt zu der Frage, wie man die Beratung und Rehabilitation von auffälligen Kraftfahrern gestalten soll. Jürgen Brenner-Hartmann unterscheidet prinzipiell zwei Ansätze.

1) Die Verkehrsauffälligkeit ist das Problem

Es geht um die Neubewertung der Risiken und der Konsequenzen des Verhaltens. Man geht davon aus, dass eine Einstellungsänderung zu einer Verhaltensänderung führt. Man fragt aber nicht, wie die Person zu dieser Einstellung überhaupt gelangt ist, bzw. was einer Einstellungsveränderung aus eigenem Antrieb in der Vergangenheit im Wege stand und weswegen es immer wieder diese Wiederholungen gab.

2) Die Verkehrsauffälligkeit ist das Symptom eines Problems

Es geht um die Formulierung eines zugrundeliegenden Problems. Vielleicht kann man in zehn Beratungsstunden das zugrundeliegende Problem nicht ändern. Man kann es aber immer wieder neu formulieren und während man das Problem immer wieder neu formuliert, verändert es sich etwas. Es ist wie in der Mathematik. Je genauer ein Problem formuliert ist, desto mehr Möglichkeiten eröffnen sich zu seiner Veränderung. Einem Gutachter reicht es oft schon, wenn ein Mensch etwas nachdenklicher über sich selbst spricht, als er es vom Durchschnitt seiner Kunden gewohnt ist. "Da war ich dumm!" ist die häufigste Satz, den man in der Fahreignungsdiagnostik zu hören bekommt.

Es hängt auch von vielen Faktoren ab, welche Sichtweise die hilfreiche Person befürwortet. Es könnte gut sein, dass Personen ohne Psychologiestudium eher die erste Variante wählen. Sie sagen dann auch oft: "Hauptsache positive MPU! Was danach ist ist uns egal!"

Es kann durchaus sein, dass ein Psychologe mit einem bestimmten Klienten einfach überfordert ist. Er zieht sich dann ebenfalls auf diese zynische Position zurück, die da lautet: "Hauptsache positive MPU! Was danach kommt interessiert uns nicht!" Das ist ein Ausdruck von Hilflosigkeit auf Seiten der Person, die für sich ursprünglich beanspruchte hilfreich für andere zu sein. Die MPU-Kandidaten selbst begreifen diese Form von Zynismus oft gar nicht und halten es für Freundlichkeit!

Falsche Freundlichkeit ist oft die Botschaft von Fahrlehrern, die MPU-Beratung anbieten: "Ich bin Dein Freund! Die Psychologen sind die bösen!" Warum die Psychologen von dem MPU-Kandidaten als böse erlebt werden, interessiert den Fahrlehrer nicht und er kann diese Erfahrung daher auch nicht verändern. Er macht mit dieser Angst aber Geld. Er bietet scheinbar kostengünstige Gruppenkurse an, in denen er wie in der Schule unterrichtet. Man nennt das dann: "Informationsvermittlung". Und damit soll irgendwie diese Angst zugedeckt werden.

Das Denken, dass die MPU ausschließlich Ausbeutung (Abzocke) sei

Ein Studie vom Verband der TÜV e.V. demonstriert, dass die MPU in Deutschland hoch angesehen ist. Die MPU hat ein gutes Image, nur eben nicht bei den Betroffenen. Da gibt es die Grundannahme, dass es sich um finanzielle Ausbeutung von Hilflosen handelt. Da gibt es die große Angst vor den Psychologen, die dem MPU-Kandidaten so erscheinen, als wollten sie ihm aus allem, was er sagt, einen Strick drehen.

Wenn man aber die Nichtbetroffenen fragt, so sind nur 12 % der Befragten dafür, dass man nach absolvierter Sperrfrist die Fahrerlaubnis ohne weitere Überprüfung dem Betroffenen zurückgeben sollte.

Andererseits muss man aber sagen: Tatsächlich ist für bestimmte Betroffene der Entzug der Fahrerlaubnis ein Umstand, den sie zur Neuorientierung in ihrem gesamten Leben nutzen. Sie wollen etwas verändern. Sie suchen sich einen ernstzunehmenden Gesprächspartner, der sie dabei unterstützt. Sie wählen mit Bedacht einen Verkehrspsychologen.

Zwei Arten von Schmerz


Die MPU ist eine Entwicklungsaufgabe. Es geht darum, dem Klienten in seiner Selbsterkenntnis voranzubringen. Das ist die geforderte Arbeit, um eine Fahreignung wiederherzustellen.

Man muss hier zwischen zwei Arten von psychischem Schmerz unterscheiden. Es gibt psychischen Schmerz, den ein Mensch einem anderen Menschen aus Sadismus zugefügt. Und es gibt therapeutisch notwendigen Schmerz. Dieser Schmerz kann nicht umgangen werden, wenn psychische Entwicklung bewirkt werden soll (Wilfred Bion).

Zwei Arten von Beratungsdienstleistungen

Eine Bedingung für eine echte MPU-Vorbereitung, und eine langfristige Fahreignung, ist sicherlich das Vorliegen einer gewissen Schmerztoleranz. Es ist ein wichtiger Schritt für die Vorbereitung getan, wenn nach einer gewissen gemeinsamen Arbeit der Klient aus sich selbst heraus Zuversicht schöpft. Diese Entwicklung wird im Keim erstickt, wenn schon alle Angst am Anfang durch Geld beseitigt wird.

Es gibt MPU-Vorbereiter, die ihren Klienten eine positive MPU garantieren, so als könne man sich von Angst, Unsicherheit und Selbstzweifel freikaufen, wenn man nur die richtige Person finden würde. Hier weicht der Betroffene aber einem therapeutisch notwendigen Schmerzerlebnis aus. Garantieanbieter erinnern an einen Zahnarzt, der eine schmerzfreie Behandlung verspricht. Das ist natürlich der Wunsch des Klienten. Seine Forderung lautet sozusagen: "Wasche mich, aber mache mich nicht nass!"

Das Denken: Ich versuche es einfach

Bei Personen, denen die Fahrerlaubnis entzogen wurde, findet man die Tendenz, es mit der MPU einfach einmal zu versuchen. Man kann das an einem Beispiel aus einem ganz anderen Bereich veranschaulichen. Herr Maier kommt spät abends nach hause und möchte die Tür öffnen. Als er feststellt, dass er seinen Schlüssel vergessen hat, rüttelt er mächtig an der Tür, klopft heftig und stößt einen Fluch aus.

Schließlich geht er zum Probehandeln in Gedanken über: Er sucht andere Zugangsmöglichkeiten zu seiner Wohnung, indem er nacheinander in der Vorstellung Wege erkundet: durchs Fenster? durch eine andere Tür? durch den Keller? über das Dach? Am Ende wird Herr Maier wohl eine sinnvollere Handlung einfallen, als an der Tür zu rütteln. - Viele Psychologen sind der Ansicht, Denken entstehe aus verhinderten oder behinderten Handlungen. (Telekolleg für Erzieher, Psychologie II, Probehandlungen in Gedanken, S. 76)

So ist es mit dem klassischen MPU-Kandidaten. Er versucht es erst einmal "so". Wenn es dann nicht geht, dann geht er zum Denken über. - Das ist wohl der Grund, warum die erste MPU so oft negativ ausfällt. - Wie es dann weitergeht, hängt wohl auch von der Leidensfähigkeit und Wahrheitsliebe des Betroffenen ab. Es gibt wohl einen Konflikt zwischen Wahrheit und Lüge. Einerseits geht es wohl immer um Vermeidung einer unangenehmen Erfahrung und nicht um ihre Veränderung. Die MPU-Beratung wird oft verstanden als Schulung was man zu sagen hat, damit das Gutachten positiv ist. Die Betonung liegt auf der Sprache (Sprache als Werkzeug der Täuschung). Wenn es nur darum geht, den Gutachter auszutricksen, dann beschreibt der Klient damit aber auch eine Beziehung zu sich selbst, denn er hat die unbewußte Phantasie in sich selbst ebenfalls einen Gutachter zu tragen. Das lässt dann eher nicht hoffen, dass der MPU-Kandidat sich in der Zukunft anders im Straßenverkehr verhalten wird wie zuvor. Schließlich gibt es keinen inneren Gutachter, der etwas zu sagen hätte. Er wird genauso ausgetrickst wie der äußere.

Der MPU-Kandidat will in solchen Fällen Es geht darum was der Psychologe denken könnte und nicht darum was die Wahrheit ist. Außerdem wird der Psychologe für sehr selbstverliebt gehalten. Das Gutachten hat also nicht dem Zweck, der Verkehrssicherheit zu dienen, sondern dient eigentlich nur dazu, die krankhafte Selbstverliebtheit einer mächtigen Person zu befriedigen.

Weitere Vermeidungsstrategien könnten sein:

Gedankenlosigkeit und Denken

Für einen Gutachter stellt sich die Frage: "Kann ein Mensch aus der Erfahrung, die er gemacht hat, lernen?" Echte Einsicht trägt Züge von Individualität. Wichtige Erkenntnisse drücken Menschen in einer sehr eigenen Sprache aus, eben weil sie ihnen wichtig sind. Man muss kein Fahreignungsgutachter sein, um zu merken ob jemandem etwas wichtig ist und ob er wirklich nachgedacht hat, oder ob er auf sehr oberflächliche Art und Weise mit der Erfahrung umgeht, die er nun machen musste. Es ist ein Zeichen von Oberflächlichkeit und mangelndem eigenen Denken, wenn der MPU-Kandidat mit auswendiggelernten Geschichten einen Gutachter zu beeindrucken versucht.

Manche Klienten können sich nicht erklären warum sie ihre Regelverstöße gemacht haben. Wenn man sie darauf anspricht, dann kommen Aussagen wie:
Es ist wie eine Wand. Es geht um etwas Unaussprechbares und Unerträgliches. Allerdings lautet die Forderung, die an den MPU-Kandidaten gestellt wird, seine Vergangenheit zu verarbeiten, also gerade darüber zu sprechen worüber er nicht sprechen kann. Verarbeitung und Selbsterkenntnis sind die Forderungen der Beurteilungskriterien für Fahreignung. Missverstanden wird das oft als: "Der Kandidat muss auf bestimmte Fragen bestimmte vorgefertigte Antworten geben", so als sei die MPU eine Maschine, die alle Menschen gleich machen möchte - oder als seien Psychologen Eltern, denen ihre Kinder gleichgültig sind. Der MPU-Kandidat muss in Wahrheit keine vorgefertigten richtigen Antworten geben, aber er muss überhaupt welche geben können. Und das ist das Problem, denn manchmal stellt sich nämlich heraus das er keine hat.

Julian Lousade hat sich mit diesem Thema beschäftigt. Es geht ihm darum, dieses Nichtdenken genauer zu beschreiben. Er erzählt einen Witz: Zwei kleine Fische schwimmen in eine Richtung im Meer. Zu ihrer Überraschung kommt ihnen eine großer hässlicher Fisch entgegen, der in die genau entgegengesetzte Richtung schwimmt. Als er vorbeischwimmt, wendet er sich den beiden kleinen Fischen zu und sagt: "Das ist ein schöner Tag, um im Wasser zu sein, Jungs!" Sie nicken und schwimmen in ihre Richtung weiter. Daraufhin fragt der jüngeren kleine Fisch den anderen: "Was ist Wasser?"

Die Fähigkeit zu wissen, wo man sich gerade befindet, kontextmäßig und emotional, ist nie völlig sicher. Man muss sozusagen aus sich selber heraustreten, um zu sehen wo man ist. - Man muss gewissermaßen eine dritte Position einnehmen. - Zusätzlich muss man die Neugierde und die Fähigkeit haben, zu erkennen wie es einem gerade geht.

Wir sind wie die kleinen Fische, wenn wir denken, dass wir auf der Welt die Einzigen sind, oder glauben, ihre wichtigsten Insassen zu sein. Das bewirkt, dass wir unerwünschten Überraschungen begegnen (Julian Lousada).

Das gilt auch für den Kraftfahrer. Nehmen wir als Beispiel Herrn Maier und seine Beziehung zum Alkohol. Es schleicht sich da am Wochenende etwas ein. Herr Maier konsumieren vermehrt Alkohol. Immer häufiger fährt er mit drei Halben. Abhängig von der Konsumgeschwindigkeit sind das 0,5 Promille. - 1,5 L Bier in 4 Stunden bei 72 kg Mann ergibt 0,49 Promille. - Nach einer Weile fährt er auch nach einem Alkoholkonsum, der zu höheren Promillezahlen führen müsste. Er denkt, dass er beurteilen könnne, dass dabei nichts passieren wird. Er rechnet aber überhaupt nicht nach wie viel Alkohol er eigentlich am Wochenende konsumieret und wie oft das der Fall ist. Er zählt nicht seine Räusche. Es fällt ihm nicht auf, dass sich die Relationen in Sachen Alkohol verschieben. Für ihn wird es normal. Warnende Stimmen ignorieren er. Vielleicht trinkt er unter der Woche, vielleicht aber auch nicht.

In dem Augenblick, in dem er dann doch einmal von einem Polizisten kontrolliert wird und gefragt wird, ob er Alkohol getrunken habe, wacht er in einer neuen Realität auf. Er sitzt dann im Polizeiauto und fährt zur Blutanalyse. Während dieser Fahrt ist er völlig ratlos und panisch. Er weiß nicht was er jetzt tun soll. Die Panik und Ratlosigkeit besteht noch in den Folgetagen fort und wird unerträglich. Er versucht dann, den Zustand zu beenden indem er zu sich selbst sagt, dass er die Fahrerlaubnis nicht benötigt. Bei der MPU wird gefordert, dass ein Mensch wirklich über sich nachdenkt. Das scheint aber, unendlich schwer zu sein. Irgendwie gibt es die Angst, dass das Denken selbst etwas Zerstörerisches sei (Wilfred Bion).

Manchmal verläuft die Fahrt im Polizeiauto anders. Herrn Maier gehen bei der Fahrt zur Blutanalyse "hunderte" Gedanken durch den Kopf und er beschließt, in seinem Leben grundlegend etwas zu ändern.

Tilgungsfristen und Tilgungshemmung bei Eintragungen im Fahreignungsregister

Für Fälle nach 01.01.1999 gilt: Wenn ein Klient nach Entzug der Fahrerlaubnis es nicht schafft, innerhalb von 5 Jahren eine positives Fahreignungsgutachten vorzulegen, dann bleibt der Entzug der Fahrerlaubnis bestehen. Hier hat der Gesetzgeber festgelegt, dass diese 5 Jahre die Zeit die Anlaufhemmung bzw. Tilgungshemmung sind. Anlaufhemmung bzw. Tilgungshemmung bedeutet, dass die Tilgungsfrist erst nach diesen 5 Jahren zu laufen beginnt. Es kommen dann also noch 10 Jahre Tilgung hinzu (Summe: 15 Jahre). Schafft der Klient innerhalb von 5 Jahren aber eine positive MPU, dann läuft ab da die Tilgungsfrist von 10 Jahren (§ 29 Abs.5 StVG). Die Formulierung im Gesetz (§ 29 Absatz 5 Straßenverkehrsgesetzt) ist schwer verständlich (s.a. Verkehrslexikon.de, Tilgungsfristen). Der Leser sollte sich persönlich bei der Sachbearbeiterin der Führerscheinstelle informieren, um rechtliche Gewissheit herzustellen.

Quantitative Informationen zur MPU


Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)

Das BMVI ist unter anderem für die Verkehrssicherheit zuständig (mehr: Das BMVI und die Verkehrssicherheit). Das BMVI hat auch ein eigenes Forschungsinstitut: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Die BASt stellt Studien zur MPU bereit.

Statistik der Begutachtung der Fahreignung

Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) erstellt jährlich eine Statistik zur Begutachtung der Fahreignung. Im Jahr 2015 wurden 91.276 Begutachtungen durchgeführt (2014: 91.536). Von den begutachteten Personen waren 58.9 % geeignet (2014: 58.3%), 34,7 % ungeeignet (2014: 35,3 %) und 6,4 % (2014: 6,4 %) wurden als "nachschulungsfähig" kategorisiert. "Nachschulung" bedeutet, dass ein negatives Begutachtungsergebnis durch den Besuch eines Kurses nach § 70 Fahrerlaubnisverordnung (FeV) verändert werde kann. Die Restzweifel an der Fahreignung werden ausgeräumt, wenn der Betroffene nachweisen kann, dass er diesen Kurs erfolgreich besucht hat.

Alkohol ist mit 49 % der häufigste Begutachtungsanlasse. Im Detail ist es wie folgt: Ansonsten verteilen sich die Untersuchungsanlässe so: Ob die MPU erfolgreich ist, hängt auch von der Art des Deliktes und den Umständen ab. Das sind nur die absoluten Zahlen differenziert nach Anlassgruppen. Unklar ist bei diesen Prozentangaben der wievielte Anlauf das jeweils war (siehe hierzu BASt-Bericht M 226).


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