THC - ETG Ethylglucoronid, Abstinenz von Cannabis und Alkohol - (CTU), Chemisch-Toxikologische-Untersuchung
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MPU Analyse: Alkoholkonsum, Drogen Nachweisbarkeit von Suchtstoffen in der Chemisch-Toxikologische-Untersuchung (CTU), Alkohol Ethylglucuronid (EtG) und Cannabis bzw. Tetrahydrocannabinol (THC)

Wann immer man im Blut von einer Person Alkohol, Betäubungsmittel bzw. Drogen, findet, so geht diese Information in die Führerscheinakte der Person.

Spurenanalytik


Hat die Polizei einen Verdacht auf einen Verstoß gegen das BTMG, bzw. auf Drogen im Straßenverkehr (gerötete Augen, verlangsamte Sprache, usw.), so kann sie eine Blutanalyse anordnen. Das Blut wird an ein toxikologisches Labor, das im Blutserum nach Spuren bestimmter Drogen fahndet (Spurenanalytik), gesandt. - Toxikologie ist die Lehre von den Giften (Giftkunde). - Das toxikologische Labor sendet das Ergebnis seiner Analyse an die Polizei und diese sendet es an den Staatsanwalt, der einen Strafbefehl wegen Verstoß gegen das BTMG erlässt.

Mistra


Nach der Verordnung über Mittelungen in Strafsachen (Mistra), sind personenbezogene Daten an die Führerscheinstelle zu melden, wenn im Strafverfahren Tatsachen bekannt werden die Bedeutung für die Fahreignung eines Fahrerlaubnisinhabers haben (Andreas Patermann et al 2015, S.156). Das bedeutet: Was immer man in dem Probenmaterial, z.B. Blut findet, es ergeht auch eine Meldung an die Führerscheinstelle.

Chemisch-Toxikologische-Untersuchung (CTU)


Zum medizinischen Teil der Medizinisch Psychologischen Untersuchung" (MPU) gehört die Chemisch-Toxikologische-Untersuchung (CTU). Bei der CTU unterscheidet man die Haaranalyse, die Urinanalyse und die Serumanalyse (Blutserum).

Bei den Themen Alkohol" und "Drogen" gibt es die Möglichkeit, dass sich der Gutachter Hilfe von der Medizin holen kann. Man kann Nachweisen, dass sich Körper der Person Substanzen befinden, die dort nicht hingehören. Man findet unter Umständen nicht die Muttersubstanz, aber man findet das Stoffwechselprodukt, das entsteht, wenn die Substanz abgebaut wird (Metabolit).

Bei Alkohol ist das Mutterprodukt Ethanol (C2H6O). Wenn Ethanol abgebaut wird entsteht Ethylglucuronid (ETG). Dieses ETG setzt sind in den Haaren ab und kann dort noch 3 Monate später nachgewiesen werden.

Bei Cannabis ist das Mutterprodukt Tetrahydrocannabinol (THC). Wenn THC abgebaut wird, dann entsteht THC-Carbonsäure (THC-COOH). Konsumiert eine Person oft, so bildet sie ein Carbonsäure-Depot. Dieses Depot kann man nachweisen. Die Größe dieses Depots, der Depotwert, verrät etwas über die Häufigkeit des Konsums. Ein höhere Depotwert spricht daher für regelmäßigen Konsum (siehe Daldrup-Tabelle).

Anders als bei Alkohol (MPU-Bedeutungsvarianten von Alkohol) und Drogen ist das natürlich bei Verkehrsdelikten bzw. Punkten. Da gibt es gar nichts Medizinisches im Sinne von chemischer Analytik.

Haaranalyse


Haare stellen ein geeignetes Untersuchungsmaterial zur Überprüfung von Alkohol- oder Drogenkonsum dar. In den Haaren werden Stoffwechselprodukte (Metabolite) beim Konsum von Alkohol oder Drogen eingelagert. Man kann anhand der Menge der Stoffwechselprodukte Rückschlüsse auf den Konsum ziehen. Da die Haare sehr gleichmäßig wachsen, pro Monat einen Zentimeter, kann man auch bestimmen in welchem Monat wie viel konsumiert wurde (Beurteilungskriterien, 3.Auflage, S.252).

Alkohol


Früher hat man mit Hilfe von Leberwerten den Alkoholkonsum analysiert. Manchmal ist der Betroffene der Meinung, dass bei einer Alkoholfragestellung anhand der Leberwerte Abstinenz belegt werden kann. Das trifft auch zu, es muss aber ein lückenloser Nachweis geführt werden. Es müssen also mindestens alle zwei Monate die Leberwerte erhoben werden. Häufig verfügt der Klient aber nur über einen einzigen Nachweis aus dem letzten Jahr. Das ist kein Abstinenzhinweis oder -nachweis.

Die Leberwerte sind aber innerhalb von 14 Tagen wieder unauffällig. Die Nachweisbarkeit von Alkoholmissbrauch ist mit Leberwerten daher nicht so gut. Heute bedient man sich beim Thema "Alkohol" nicht mehr so sehr der Leberwerte (GOT, GPT und GGT), sondern die Nachweisbarkeit von Alkoholkonsum in der Vergangenheit ist durch den Messwert Ethylglucuronid deutlich verbessert worden. Anhand von Stichproben beim ETG-Wert kann man zurückblickend über einem bestimmten Zeitraum überprüfen, ob die Person Alkohol konsumiert hat oder nicht.

Der Wert "ETG" lässt sich im Urin und in den Haaren nachweisen. Der Nachweis per Haaranalyse ist eigentlich der überzeugendste Nachweis. Ein Nachweis über die Urinanalyse wird dennoch ebenfalls akzeptiert. Hier muss man anhand des konkreten Einzelfalls überlegen was die Vor- und Nachteile jeweils sind.

Der Möglichkeiten der Diagnostik haben sich verbessert. Heute bedient man sich des Messwertes Ethylglucuronid (ETG). ETG lässt sich im Urin nachweisen. Eine kleine Menge Alkohol (Glas Sekt) lässt sich noch innerhalb von 24 Stunden nachweisen. Größere Mengen Alkohol kann man länger nachweisen. Man kann nun einen Zeitraum bestimmen und in diesem Zeitraum den Klienten zu Abstinenzuntersuchungen einbestellen. Man macht das stichprobenartig, so dass der Klient niemals weiß, wann er einberufen wird. Konsumiert der Klient im vereinbarten Abstinenzzeitraum dennoch Alkohol, so muss er ständig die Angst haben, einbestellt zu werden. Ist die Untersuchung dann bei ihm positiv, wird also ETG nachgewiesen, so beendet das toxikologische Labor das Abstinenzprogramm sofort. Übliche Abstinenzprogramm sind: Sechs Monate mit vier Urinanalysen und zwölf Monate mit sechs Urinanalysen.

Noch zuverlässiger als die Urinanalyse von ETG ist die Haaranalyse von ETG. Findet man 6 pg/mg (pg = Pikogramm, mg = Milligramm) so kann man von Alkoholkonsum ausgehen. In diesem Fall hätte man aber lediglich risikoarmen Konsum nachgewiesen. Ab 30 Pikogramm geht man von stark erhöhten Alkoholkonsum aus (YEGLES et al. 2004, KITZ 2012).

ETG wird mit der Haarpflege (Schampon) wieder aus den Haaren herausgewaschen. Seit dem 1.Mai 2014 darf man daher nur noch 3 cm Haar auf ETG untersuchen. Mit einer einmaligen Haaranalyse kann man also nur 3 Monate abdecken, zurückblickende Analyse.

Drogen


Bei der Überprüfung auf Drogenkonsum - polytoxikologische Untersuchung - sind seit dem 1.Mai 2014 nur noch 6 cm Haarlänge erlaubt (6 cm Haar). Auch hier kommt es mit der Zeit zu einer Verringerung der Substanzen, die beim Abbau der Drogen im Haar eingelagert werden (Beurteilungskriterien, 3. Auflage).

Cannabis

Cannabis ist ein Sammelbegriff für Hanfpflanzen. Die weiblichen Hanfpflanzen heißen Marihuana. Psychoaktive wirkt vor allem das Cannabinoid Tetrahydrocannabinol (THC). THC wirkt auf die Informationsverarbeitung des Menschen.

Aktiver Konsum von Drogen und Umgang mit Drogen

Die Spurenanalytik ist heute sehr weit gekommen. Man kann z.B. im Blut nachweisen, ob sich jemand in Räumen aufhält, in denen andere Cannabis konsumieren, weil man soweit hinunteruntermessen kann. Früher war man bei einem Cut off von 50 ng/ml heute ist der offizielle Cut Off Wert bei 10 ng/ml, der inoffizielle liegt aber bei 1 ng/ml. Mit Liquid Chromatographie Tandem Massenspektrometrie (LC-MS/MS) ist das möglich. Der Anschaffungspreis für ein solches Messgerät beträgt 500 000,- € und daher sind die Kosten für eine Blutanalyse hoch.

Man muss also unterscheiden zwischen einem aktivem Konsum und dem Umgang mit dem Stoff. Man könnte mit einem LC-MS/MS zwischen aktivem Konsum und Umgang unterscheiden. Wenn man den Metabolit (Stoffwechselprodukt) THC-Carbonsäure (THC-COOH) im Haar findet, dann weiß man, dass THC geraucht wurde. Es gab eine Körperpassage (Beurteilungskriterien, 3.Auflage, S.255). Der Witz ist nur, dass man mit einem LC-MS/MS nicht nach THC-Carbonsäure sucht. Das Gesetz will es so.

Passivkonsum ist im Haar nachweisbar

Das Gesetz fordert, dass das toxikologische Labor im Haar nach der Muttersubstanz sucht. Die Muttersubstanz von Tetrahydrocannabinol (THC) ist eben THC und nicht der Metabolit (Stoffwechselprodukt) THC-Carbonsäure (THC-C00H). Wenn eine Person sich fünf Stunden in einem Raum aufgehalten hat, in dem ein paar andere Personen THC rauchen, dann geht das THC erst an das Haar und dann geht es in das Haar. Man kann dann mittels Liquid Chromatographie Tandem Massenspektrometrie (LC-MS/MS) eben das Tetrahydrocannabinol (THC) nachweisen. Damit ist ein THC-Umgang belegt. Die Suche nach THC ist dann erfolgreich verlaufen. Es kann vom toxikologischen Labor keine Abstinenz bescheinigt werden. Man muss hier von einem Umgang mit THC-haltigen Produkten ausgehen (s.a. verkehrsportal.de, Mitglieds-Nr.: 75400).

Wenn drogenkonsumierende Eltern mit Ihren Kindern umgehen (Kontakt haben), dann geben sie diese Drogen über den eigenen Körperschweiß an die Kinder ab. Man findet dann im Haar von einem siebenjährigen Kind THC mit Liquid Chromatographie Tandem Massenspektrometrie (LC-MS/MS).

Verhängnisvolle Bindung zu drogenkonsumierende Freunden

Die Bindung an die Konsumkollegen und Freunde von Früher kann sehr weitreichende Folgen haben. Sie kann einem das "Bein stellen" beim Abstinenznachweis. Ein Fallbeispiel soll das veranschaulichen. M.S. war 20 Jahre alt. Er hat seine Ausbildung als Anlagenmechaniker absolviert. Er wurde gerade fertig und stand vor seiner Übernahme in den Heizung- u. Sanitär-Betrieb, in dem er auch seine Lehre gemacht hat. Der Betrieb war ein ganz normaler Handwerksbetrieb. M.S. sollte dort im Außendienst tätig werden. Dazu benötigte er natürlich seinen Führerschein.

In der Vergangenheit hat M.S. gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen, da man bei ihm 3 g THC fand. Einmal hat er auch einem Freund Amphetamin mitgebracht. Auch hier wurde er von der Polizei entdeckt. M.S. wurde der Führerschein entzogen. Für ihn ging es darum, so schnell wie möglich den Führerschein wieder zu bekommen. Da er auch mit Amphetamin aufgefallen war, musste er aber 12 Monate Abstinenz nachweisen. Das wäre eigentlich auch nicht so schlimm gewesen, da er schon ein halbes Jahr kein THC mehr konsumiert hatte. Man hätte bei ihm eine Haaranalyse machen können, da er 6 cm Haar auf dem Kopf hatte.

Bei einer Haaranalyse kann man bei Drogen sechs Monate "zurückschauen". Bei einer Urinanalyse kann man nur 2 Tage "zurückschauen". Hier muss man in 12 Monaten 6 Stichproben machen. Die Zeit beginnt erst zu laufen, wenn man mit dem Urinkontrollprogramm startet. Urinkontrollprogramme sind in die Zukunft gerichtet. Man verliert also 12 Monate Zeit. Kann man aber 6 Monate Haaranalyse machen, so hat man 6 Monate gespart, denn mit einer Haaranalyse kann man sechs Monate in die Vergangenheit schauen.

M.S. freute sich über die Möglichkeit einer Haaranalyse von sechs Monaten. Er hatte aber das Wochenende zuvor seine alten Freunde besucht, die er von früher kannte und mit denen er konsumiert hatte. Er saß mit ihnen für fünf Stunden in einem Raum und in dem Raum haben vier Personen THC geraucht. Das THC kam also an das Haar von M.S. und später in das Haar. Dort hätte man es nachweisen können. M.S. musste also auf den sechsmonatigen Rückblick in die Vergangenheit mittels Haaranalyse verzichten. Die Haaranalyse wäre ganz sicher positiv geworden. Man hätte das THC in seinen Haaren nachgewiesen. Damit hatte M.S. sechs Monate Abstinenznachweis verschenkt.

Er wollte, und musste, aber so schnell wie möglich seine MPU machen, damit er für seinen Betrieb im Außendienst tätig werden konnte. Das ging nun nicht mehr. Und so sagte er: "Es ärgert mich, dass ich so unüberlegte Sachen mache!"

Passivkonsum von Cannabis und Autofahren

Man kann sich als Autofahrer nicht darauf berufen, dass man selbst nicht geraucht hat und nur Passivraucher war. Beim Verwaltungsgerichtes Gelsenkirchen wurde ein solcher Fall verhandelt. Die Richter wiesen die Klage gegen den Entzug der Fahrerlaubnis ab. Sie waren der Meinung, dass auch Passivraucher damit rechnen müssen, durch Inhalation von Cannabisrauch in ihrer Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt zu werden. Wenn sich eine Person längere Zeit in einem Raum aufhält in dem Cannabisrauchschwaden stehen, so ist diese Art von passivem Konsum ein bewusster Konsum.

Toxikologisches Labor


Je nach Konsumgeschichte kann ein Abstinenznachweis notwendig sein. Hier treten Firmen, die auch die Fahreignungsbegutachtung anbieten, als Zwischenhändler auf und schalten sich noch vor das toxikologische Labor. Man kann toxikologische Labore direkt kontaktieren und benötigt nicht unbedingt den Zwischenhändler. Der Angestellte der Begutachtungsstelle (Fahreignungsgutachter) wird natürlich immer das Labor seines Dienstherren empfehlen, wenn er seinen Arbeitsplatz behalten will. Hier müsste dem Leser klar werden, dass das Alles-aus-einer-Hand-Modell teuer ist. Es lohnt sich daher, nachzuforschen und sich eine gewisse Markttransparenz bei diesem Thema zu erarbeiten.

Es ist gleichgültig bei welchem Labor man das Abstinenzprogramm absolviert, es muss allerdings zertifiziert sein (Kriterium CTU 3 der Beurteilungskriterien für Fahreignung, 3.Auflage, S.270). Ein Anbieter für Zertifizierungen von toxikologischen Laboren ist die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS). Gehen Sie auf diese Website! Klicken Sie auf den Reiter "Service"! Wählen Sie "Datenbank akkreditierter Stellen" aus! Es sind noch mehr Labore zertifiziert als die 29 Stück, die hier aufgelistet sind.

Toleranzsteigerung


Wenn ein Mensch Alkohol bzw. Drogen konsumiert, dann stellt sich sein Körper darauf ein, da er sein natürliches Gleichgewicht aufrechterhalten "will" (Homöostase). Der Körper arbeitet daher der Drogenwirkung entgegen. Es gibt eine körperlichen Veränderungen, bzw. eine Veränderung in der Pharmakokinetik). Die Person muss mehr von der Substanz konsumieren, bzw. sie in kürzeren Abständen konsumieren, um die selbe Wirkung zu erzielen (Toleranzsteigerung). Fällt eine Person mit 1,6 Promille im Straßenverkehr auf, dann kann er noch mit der Promillezahl ein Fahrzeug führen. Das spricht für eine Toleranzsteigerung und Alkoholmissbrauch.

Sucht


Sucht stellt man sich oft falsch vor. Sucht ist einfach nur ein Versuch, den Normalzustand herzustellen. Der Körper gewöhnt sich an die Anwesenheit der Substanz. Irgendwann funktioniert er auch nur noch bei Anwesenheit der Substanz. Ein Lohnbuchhalte kann sich irgendwann nur noch konzentrieren, wenn er alkoholisiert ist. Wenn ein Alkoholkranker einen kalten Entzug macht, daher ohne Medikamente auf die Substanz verzichtet, dann riskiert er sein Leben. Die Sache kann tödlich enden. Man darf einem Alkoholkranken den Alkohol nicht einfach so wegzunehmen, ohne an die Folgen zu denken. Er kommt dann in ein Delirum Tremens (extremes Zittern) und fängt an kleine Tiere zu sehen.

Ein Heroinabhängiger konsumiert nicht Heroin damit es berauscht ist. Es geht ihm nur darum, dass er normal funktionieren kann. Er möchte, dass sein Körper wieder wie früher funktioniert. Darum braucht er diese Substanz immer wieder.


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