MPU Fragen bezüglich der Begutachtungsstelle, der Gutachter, MPU-Vorbereitung
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MPU Fragen bei der MPU-Vorbereitung Stuttgart, Beratung Formale und inhaltliche Fragen bei der MPU-Vorbereitung


Der Entzug der Fahrerlaubnis löst viele Fragen in einem Betroffenen aus. Man kann die Fragen in drei Arten von Fragen aufteilen: grundlegende Fragen, inhaltliche und formale Fragen. "Formale Fragen" sind Fragen zu den Voraussetzungen und dem Ablauf einer MPU.

Inhaltsverzeichnis

1 Grundlegende MPU-Fragen
1.1 Durchfallquote
1.2 Begutachtungsstellen, MPU leichter bestehen
1.3 EU-Führerschein machen
2 Inhaltliche MPU-Fragen
2.1 MPU-Gutachter, Fragen
2.1.1 Antworten auswendiglernen
2.1.2 Dilemma des MPU-Kandidaten
2.1.3 Teufelskreis
2.2 Vertrauen, Verantwortung
2.3 Abstinenznachweise
2.4 MPU-Vorbereitung, Umfang
2.5 Gutachter, Rede-Antwort Fall
2.6 Kugeln stapeln
3 Formale MPU-Fragen
3.1 Kann MPU-Vorbereiter auch MPU machen?
3.2 Abstinenznachweis, Anordnung durch Behörde
3.3 Führerscheinstelle, Liste von Begutachtungsstellen
3.4 Einen bestimmten Gutachter heraussuchen
3.5 MPU-Gutachten abbrechen
3.6 Therapiebescheinigung

Grundlegende MPU Fragen


Wie hoch ist die Durchfallquote?
Die Durchfallquote bei der MPU lag nach den Erkenntnissen der Bundesanstalt für Straßenwesen im Jahr 2016 bei 59,2 Prozent. Man sollte sich aber verdeutlichen, dass das über alle Anlassgruppen für die MPU gilt. Wenn man die Anlassgruppe "Alkohol wiederholt" heranzieht, daher Antragsteller die mehrfach mit Alkohol im Straßenverkehr auffallen, so schaffen 44,9 Prozent die MPU  (Quantitative Informationen zur MPU - Harte Zahlen zur Fahreignungsbegutachtung, 2014 und 2015).

Gibt es Begutachtungsstellen bei denen die MPU leichter ist?

Begutachtungsstellen unterscheiden sich nicht groß voneinander. Alle sind an die Beurteilungskriterien für Fahreignung gebunden. Es spielt aber für MPU-Kandidaten manchmal eine sehr große Rolle, ob sie sich als Mensch wahrgenommen fühlen oder ob sie das Gefühl haben, dass sie ein "Fall" sind, der abgearbeitet wird. Hier sind schon feine schwer messbare Unterschiede zwischen den Begutachtungsstellen denkbar (Soft Faktors in der Qualität der Fahreignungsbegutachtung).

Kann man nicht einfach den EU-Führerschein machen?

Das führt irgendwann zu "Fahren ohne Fahrerlaubnis" (Weiterführende Literatur: Michael Hettenbach, Volker Kalus).

Inhaltliche Fragen bei der MPU-Vorbereitung


Was für Fragen stellt der Gutachter?

Es geht um die Fähigkeit zur Selbstreflexion (Sich selbst aus einer anderen Perspektive sehen können). Der Gutachter will wissen, ob der MPU-Kandidat ein Bild von sich selbst hat. Dazu gehört auch, dass er sich bei einer Alkoholfragestellung vorstellen kann was die inneren Gründen für den Konsum waren (Inneres Objekt), wie sein Alkoholkonsum aussah, wie er in Zukunft mit dem Alkohol umgehen möchte und wie er eine erneute Auffälligkeit verhindern will.

Die Begutachtung hat viele Facetten und der Mensch, der sie absolvieren muss, ist in einem erheblichen Maße mit grundlegenden eigenen Konflikten konfrontiert. Man könnte die MPU als eine Station auf dem Weg zum Erwachsensein ansehen (Initiationsritus).

Macht es Sinn, vorgefertigte Antworten auswendigzulernen?

Bei der MPU geht es um das Gesamtbild, dass der Kandidat abgibt. "Bei der Würdigung des Gesamtbilds welches durch verschiedene Datenarten und nicht vorhandene Daten gezeichnet wird, kommt der wortwörtlichen Wiedergabe der einzelnen Aussagen des Klienten in der Regel nicht die entscheidende Bedeutung zu. ... Eine einzelne Antwort kann ohnehin nicht isoliert betrachtet werden. Daher wäre auch ein Auswendiglernen von vorgefertigten Angaben nicht zielführend für einen Betroffenen." (Beurteilungskritierien für Fahreignung, 3.Auflage, Seite 342). Auch hier passt der Satz von Christian von Ehrenfels:"Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Elemente!"

Dilemma des MPU-Kandidaten
Es ist gleichgültig wie man bei seiner Vorbereitung vorgeht, man hat immer mit bestimmten Nachteilen zu kämpfen. Wenn man glaubt, dass man zu hundert Prozent die MPU in der Vorbereitung vorwegnehmen könnte, dann hält man sich im Grunde für allwissend. Die vorgefertigten Antworten könnten sich als nicht angemessen erweisen. Wenn der Gutachter wirklich über die Antworten nachdenkt und ein Gespräch über diese Antworten entsteht, dann könnte auffallen, dass dies nicht die eigenen Antworten waren. Außerdem versteht der Betroffene unter Umständen die gesamte Situation nicht, weil er erwartet, dass sich der Gutachter an ein Schema hält, was er nicht unbedingt muss.

Wenn man aber anerkennt, dass man nicht alles im Vorfeld wissen kann, dann muss man mit der Angst vor den weitreichenden Folgen eines negativen Gutachtens leben. Das ist sehr schwer zu ertragen.

Teufelskreis
MPU-Kandidaten können in einem eigenen Teufelskreis gefangen sein, ohne dass ihnen das auffällt.

Beispiel: Angenommen ein Gutachter wird am Ende eines Gutachtens vom MPU Kandidaten gefragt, ob das Gutachten positiv verlaufen ist. Der Gutachter könnte auf die Frage einfach nur antworten: „Ich weiß nicht, ob mir das reicht!“ Es wäre denkbar, dass dann ein Begutachtungskandidaten wütend wird und sagt: „MPU ist sowieso alles nur Abzocke!“ Damit hätte er dann natürlich sein Unfähigkeit, sich selbst kritisch zu betrachten, Kund getan. Die Aussage des Kandidaten könnte Ausdruck eines Gefühls sein. Er hat die Äußerung des Gutachters so verstand als habe der gesagt: "Das reicht mir nicht! Das ist mir schon klar! Darüber brauche ich nicht erst nachzudenken!" Der Gutachter könnte aber tatsächlich gemeint haben, dass er im Augenblick nicht weiß, ob ihn die Argumente des MPU Kandidaten überzeugen. Durch die Art und Weise in der Kandidat dann aber reagiert macht er sein eigenes Bemühen, den Gutachter zu überzeugen, zunichte (Omnipotente Phantasie).

Beispiel: Ein Mann verliert seine Fahrerlaubnis wegen Alkohol am Steuer. Er ruft daraufhin wütend bei der Führerscheinstelle bzw. Fahrerlaubnisbehörde an und sagt zu der Sachbearbeiterin, die ihm den Brief geschrieben hat: "Da kann ich mich gleich aufhängen, wenn Sie mir jetzt auch noch den Führerschein entziehen!" und legt den Hörer auf. Nach drei Wochen erhält er erneut einen Brief von seiner Sachbearbeiterin. Diesmal fordert sie von ihm noch ein medizinisches Gutachten an. Die Fragestellung der Behörde für das Gutachtens lautet: "Besteht bei Herrn X Selbstmordgefahr? Wird er ein Fahrzeug der Klasse B dazu verwenden, um sich selbst umzubringen, oder andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden?". Selbstmordgefährdung ist natürlich ein zusätzlicher Grund, einem Bürger die Fahrerlaubnis zu entziehen. Darauf war der Betroffene aber nicht gekommen. Er erklärt schmunzelnd, dass er sich niemals umbringen würde. Das sei völliger Quatsch. Er habe das nur zu seiner Sachbearbeiterin gesagt. Der Effekt war aber, dass der Wiedererhalt der Fahrerlaubnis in noch größere Ferne rückte.

Es geht um Vertrauen und Verantwortung

Die MPU wird angeordnet, weil das Vertrauen der Fahrerlaubnis Behörde in einem bestimmten Kraftfahrer erschüttert wurde. Der Kraftfahrer muss das Vertrauen zurückgewinnen. Ein Mensch ist dann als vertrauenswürdig einzustufen, wenn er seine eigenen Schuldgefühle durchzustehen vermag. Für bestimmte Menschen ist das aber ein nahezu unüberwindbares Problem.

Sind Abstinenznachweise zu erbringen?

Das kommt auf den Einzelfall an. Das spätere Fahreignungsgutachten dient ebenfalls der Beantwortung dieser Frage. Es wäre hier gut, wenn man das Gutachten vorwegnehmen könnte und schon im Vorfeld die richtige Entscheidung treffen würde. Dafür ist eine gute Beziehung zwischen Klient und Berater und Ehrlichkeit von Seiten des Klienten eine wichtige Voraussetzung.

Wie groß soll der Umfang der Vorbereitung sein, bzw. wie viele Stunden sind notwendig?

Es gibt Gutachter, die prinzipiell zehn Stunden fordern. Wenn es sich um einen jungen auffälligen Verkehrsteilnehmer handelt, der keine lange Geschichte vorweisen kann, dann sind auch fünf Stunden denkbar, oder noch weniger. Eine Person mit 22 Jahren hat in der Regel keine lange Vorgeschichte.

Die Vorbereitung und Aufarbeitung sollten in Relation zum Problem stehen. "Die Aufarbeitung soll dem Problem angemessen sein" (Beurteilungskriterien für Fahreignung - Die MPU ist ein standardisiertes Einschätzungsverfahren).


Gutachter Klient Fragen - Auf alles vorbereitet sein - MPU Rede und Antwort

Muss man bei der MPU Kugeln übereinanderstapeln?

Das muss man nicht. Das ist ein Mythos: Unerschütterliche Vorstellungen über die MPU.

Formale Fragen bei der MPU


Kann der MPU-Vorbereiter auch meine MPU machen?

Nein, das ist nicht möglich. MPU-Vorbereitung und die Durchführung der MPU ist in Deutschland getrennt. Das steht in der Fahrerlaubnisverordnung Anlage15 so drinnen. Man will damit geheime Absprachen verhindern.

Ist eine Anordnung des Abstinenznachweises durch die Behörde möglich?

In der Regel ordnet die Führerscheinstelle nicht direkt einen Abstinenznachweis an. Die Untersuchungen auf Abstinenz erfolgen in den meisten Fällen nicht "aufgrund einer Anordnung der Behörde". Die Untersuchungen erfolgen in den meisten Fällen auf eigenen Wunsch hin. Natürlich ist dieser Wunsch nicht ganz freiwillig. Da der Betroffene eine MPU vor sich hat, muss er in bestimmten Fällen Belege für seine Abstinenz vorlegen. Und es ist die Behörde, die ihm ein positives Fahreignungsgutachten abverlangt.

Man könnte sagen, dass es eine indirekte Aufforderung zu einem Abstinenznachweis gibt. Das ist aber nur eine hergeleitete Aufforderung und keine offene und direkte geäußerte Aufforderung. Die Behörde fordert den Betroffenen nicht direkt und schriftlich auf, Abstinenzbelege vorzulegen. Sie knüpft nur die Neuerteilung der Fahrerlaubnis an die Vorlage eines positiven Fahreignungsgutachtens. Ob ein Abstinenznachweis für diesen Zweck erforderlich ist, oder nicht, ist eine Frage der Einschätzung.

Die Führerscheinstelle hat mir eine kleine Liste von Begutachtungsstellen gesandt. Das sind nur sieben Stück, kann ich auch woanders hingehen?

Ja das ist möglich. Die Bundesanstalt für Straßenwesen gibt die Liste der amtlich anerkannten Begutachtungsstellen heraus. Die Liste gibt es in verschiedenen Varianten. Die Liste gibt es geordnet nach Träger und nach Postleitzahlen. Es gibt laut der BASt 274 Begutachtungsstellen für Fahreignung. Man kann zu jeder dieser Begutachtungsstellen gehen.

Kann man sich einen bestimmten Gutachter heraussuchen?

Das geht nicht. Man kann sich nur die Begutachtungsstelle heraussuchen. Einzelne Klienten, die eine negative MPU hatten, möchte wieder zu genau dem selben Gutachter gehen. Manchmal sagen die Gutachter auch: "Wenn Sie sich das nächste Mal bei einem Verkehrspsychologen vorbereiten und dann wieder kommen, dann gebe ich Ihnen ein positives Gutachten. Der Witz ist nur, wenn eine Begutachtungsstelle mehr als einen Gutachter hat, so kann man nicht sicher wissen, dass man wieder zu dem selben Gutachter gelangt.

Kann man ein Gutachten abbrechen, wenn man merkt, dass es schief läuft?

Das ist möglich. Man muss das dann aber konsequent und am Anfang des Gesprächs bei dem Psychologen machen. Der MPU-Kandidat schließt mit der Begutachtungsstelle einen Werkvertrag. Wenn er sofort am Anfang merkt, dass man ihn schlecht behandelt, so kann er das Gutachten abbrechen und fordern, dass ihm ein anderer Gutachter zugeteilt wird.

Was fange ich mit der Therapiebescheinigung an?

Die Therapiebescheinigung dient zur Vorlage beim Gutachten. Sie ist sozusagen die Eintrittskarte in ein positives Gutachten. Viele Gutachten sind negativ, wenn sich die Person nicht entsprechend vorbereitet und im Vorfeld bestimmte Dinge aufarbeitet.

In Fällen, in denen auch ein Abstinenznachweis zu fordern ist, muss eben dieser Abstinenznachweis ebenfalls erbracht werden. Die Therapiebescheinigung bzw. Maßnahmenbescheinigung ist nicht nur eine Art Quittung für die geleisteten Zahlungen des Klienten, sondern sie ist auch ein Hinweis auf die Ernsthaftigkeit, mit der sich der Klient mit seinen Problemen auseinandergesetzt hat.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der BASt unter dem Schlagwort "MPU".

MPU-Vorbereitung und MPU Fragen bezüglich der Begutachtungsstelle, der Gutachter und Umfang der Vorbereitung. Aufarbeitung und Abstinenznachweise


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