MPU Fragen bezüglich der Begutachtungsstelle, der Gutachter, MPU-Vorbereitung

MPU Fragen bei der MPU-Vorbereitung Stuttgart, Beratung Formale und inhaltliche Fragen bei der MPU-Vorbereitung

Der Entzug der Fahrerlaubnis löst viele Fragen in einem Betroffenen aus. Man kann die Fragen in drei Arten von Fragen aufteilen: inhaltliche, grundlegende und formale Fragen.

Inhaltliche Fragen bei der MPU


Was für Fragen stellt der Gutachter?
Bei der MPU geht es um Problembewusstsein und um Selbsterkenntnis, bzw. die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Der Gutachter will wissen, ob der MPU-Kandidat über sich selbst nachdenken kann und ein Bild von sich selbst hat. Diese Frage bezieht sich auf eine konkrete Frage, die Fahrerlaubnisbehörde stellt:

Beispiel: "Ist zu erwarten, dass Herr ... auch zukünftig ein (Kraft-) Fahrzeug unter einem die Fahrsicherheit beeinträchtigenden Alkoholeinfluss führen wird und/oder liegen im Zusammenhang mit dem früheren Alkoholkonsum Beeinträchtigungen vor, die das sichere Führen eines Kraftfahrzeuges der Gruppe ... (FE-Klasse ...) in Frage stellt?".

Bezüglich dieser konkreten Fragestellung will der Gutachter wissen, ob der MPU-Kandidat über ein Problembewußtsein verfügt. Weiß er wie hoch sein Rückfallrisiko ist? Kann es sich von außen betrachten? Kennt er Kriterien nach denen man seinen Konsum von Alkohol klassifizieren könnte? usw. Das erinnert etwas an die experimentelle Entwicklungspsychologie und Gordon Gallup, der den Spiegel-Selbsterkenntnis-Test (mirror self-recognition test) für Kinder erfand. Sehr junge Kinder erkennen sich selbst nicht, wenn sie sich selbst in einen Spiegel anschauen. Sie suchen daher nach einer Person hinter dem Spiegel. Auch Hunde bellen ihr Spiegelbild an, weil sie nicht erkennen können, dass das Bild, dass sie sehen, sie selbst sind. Ältere Kinder erkennen sich selbst, wenn sie in einen Spiegel schauen und stören sich an einem Rouge Fleck, den man heimlich auf ihrer Stirn hinterlassen hat. Bei der MPU ist die Frage, erkennt der Kandidat seine Problematik (z.B. Alkoholproblematik). Weiß er was für ein Mensch er im Bezug auf seinen Umgang mit dieser Substanz ist?

Das Problem sind in der Regel die Gefühle des MPU-Kandidaten. Die ganze Begutachtung ist für ihn höchst unangenehm und dann soll er sich noch bezüglich seines Substanzenkonsums einordnen können. Man könnte die MPU deshalb auch als eine Entwicklungsaufgabe (Havighurst) ansehen (Initiationsritus).

Macht es Sinn, vorgefertigte Antworten auswendigzulernen?

Die Formulierung: "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Elemente!" (Aristotels) beschreibt wie ein Gutachter an eine einzelne Lebensäußerungen des Kandidaten herangeht. Er wird sie nicht isoliert betrachten, sondern als Elemente eines sinnvollen Ganzen. Christian von Ehrenfels bringt als Beispiel die Musik. Eine Note für sich betrachtet macht noch keine Melodie. Die einzelne Note ist nur ein unverbundener Brocken (isolierte oder atomistische Betrachtung). Um aber die Melodie erkennen zu können, muss man alle Noten und ihre Relationen untereinander zur Kenntnis nehmen (ganzheitliche oder strukturelle Betrachtung). Der Zuhörer eines klassischen Konzertes macht aus den anflutenden akustischen Reizen (Tönen) Daten, die als Ganzes einen Sinn ergeben. Der Gutachter bei der MPU macht im Grunde dasselbe.

"Bei der Würdigung des Gesamtbildes welches durch verschiedene Datenarten und nicht vorhandene Daten gezeichnet wird, kommt der wortwörtlichen Wiedergabe der einzelnen Aussagen des Klienten in der Regel nicht die entscheidende Bedeutung zu. ... Eine einzelne Antwort kann ohnehin nicht isoliert betrachtet werden. Daher wäre auch ein Auswendiglernen von vorgefertigten Angaben nicht zielführend für einen Betroffenen." (Beurteilungskritierien für Fahreignung, 3.Auflage, Seite 342).

Sucht der Psychologe bei der MPU nach Schwächen?
Das Gefühl mancher MPU-Kandidaten, dass der Gutachter bei der MPU nach Schwächen sucht, ist eine Wirklichkeit. Die Frage ist aber, ob es sich um eine innere oder eine äußere Wirklichkeit handelt. Wenn die genannte Auffassung einem psychologischen Gutachter mitgeteilt würde, so könnte er in unerwarteter Art und Weise reagieren. Er könnte sagen, Das kann man ihm glauben oder auch nicht. Man kann nicht mit letzter Sicherheit wissen, ob ein Gutachter, der bei einer Begutachtungsstelle arbeitet, seine Macht missbraucht oder nicht. Letztlich muss man zu ihm in die Begutachtung gehen. Und selbst danach wird man es nicht mit letzter Sicherheit hunderprozentig wissen können.

Teufelskreis
Was könnte aber mit einem MPU-Kandidaten geschehen, der einen solchen Gutachter im Sinn hat? Könnte er nicht die Katastrophe, die er verhindern will, erst auf den Weg bringen?

1.Beispiel
Angenommen ein Gutachter wird am Ende eines Gutachtens vom MPU Kandidaten gefragt, ob das Gespräch positiv verlaufen sei und er eine positive MPU erhält. Der Gutachter könnte auf die Frage einfach nur antworten: „Ich weiß nicht, ob mir das reicht!“ Es wäre denkbar, dass dann ein Kandidat wütend wird und denkt "MPU ist sowieso alles nur Abzocke!" Nun tun sich zwei Möglichkeiten auf: Der Kandidat teilt dem Gutachter seinen Gedanken mit, oder er teilt ihm ihn nicht mit. 2.Beispiel
Hier noch ein extremes Beispiel für die zweite Variante. Ein Mann verliert seine Fahrerlaubnis wegen Alkohol am Steuer. Er ruft daraufhin wütend bei der Führerscheinstelle an und sagt zur Sachbearbeiterin, die ihm den Brief geschrieben hat: "Da kann ich mich gleich aufhängen, wenn Sie mir jetzt auch noch den Führerschein entziehen!" Nach drei Wochen erhält er wieder einen Brief von seiner Sachbearbeiterin. Diesmal fordert sie noch ein medizinisches Gutachten. Die Fragestellung für dieses Gutachtens lautet:

"Besteht bei Herrn X Selbstmordgefahr? Wird er ein Fahrzeug der Klasse ... dazu verwenden, um sich selbst umzubringen, oder andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden?"

Selbstmordgefährdung ist natürlich ein Grund, einem Kraftfahrer die Fahrerlaubnis zu entziehen. Darauf war der Betroffene selbst scheinbar nicht gekommen. Er erklärt schmunzelnd, dass er sich niemals umbringen würde. Er habe das nur zu der Sachbearbeiterin gesagt, damit sie die MPU-Anordnung zurücknimmt. Der Effekt war aber ein ganz anderer.

Es geht um Vertrauen und Verantwortung

Die MPU wird angeordnet, weil das Vertrauen der Fahrerlaubnis Behörde in einem bestimmten Kraftfahrer erschüttert wurde. Der Kraftfahrer muss das Vertrauen zurückgewinnen. Hier gibt es verschiedene konkurrierende Ideen wie dies möglich sein könnte. Wir glauben, dass der MPU-Kandidat selbst ein innere Arbeit zu leisten habe.

Dilemma des MPU-Kandidaten
Es ist gleichgültig wie man bei seiner Vorbereitung vorgeht, man hat immer mit bestimmten Nachteilen zu kämpfen. Erstens: Wenn man glaubt, dass man zu hundert Prozent die MPU in der Vorbereitung vorwegnehmen könnte, dann hält man sich im Grunde für allwissend. Zweitens: Wenn man aber anerkennt, dass man nicht alles im Vorfeld wissen kann, dann muss man mit der Angst vor den weitreichenden Folgen eines negativen Gutachtens leben. Das ist sehr schwer zu ertragen.

Sind Abstinenznachweise zu erbringen?

Das kommt auf den Einzelfall an. Das spätere Fahreignungsgutachten dient ebenfalls der Beantwortung dieser Frage. Es wäre hier gut, wenn man das Gutachten vorwegnehmen könnte und schon im Vorfeld die richtige Entscheidung treffen würde. Dafür ist eine gute Beziehung zwischen Klient und Berater und Ehrlichkeit von Seiten des Klienten eine wichtige Voraussetzung.

Wie groß soll der Umfang der Vorbereitung sein, bzw. wie viele Stunden sind notwendig?

Es gibt Gutachter, die prinzipiell zehn Stunden fordern. Wenn es sich um einen jungen auffälligen Verkehrsteilnehmer handelt, der keine lange Geschichte vorweisen kann, dann sind auch fünf Stunden denkbar, oder noch weniger. Eine Person mit 22 Jahren hat in der Regel keine lange Vorgeschichte.

Die Vorbereitung und Aufarbeitung sollten in Relation zum Problem stehen. "Die Aufarbeitung soll dem Problem angemessen sein" (Beurteilungskriterien für Fahreignung - Die MPU ist ein standardisiertes Einschätzungsverfahren).


Gutachter Klient Fragen - Auf alles vorbereitet sein - MPU Rede und Antwort

Muss man bei der MPU Kugeln übereinanderstapeln?

Das muss man nicht. Das ist ein Mythos: Unerschütterliche Vorstellungen über die MPU.

Grundlegende MPU Fragen


Kann man nicht einfach den EU-Führerschein machen?
Das führt irgendwann zu "Fahren ohne Fahrerlaubnis" (Weiterführende Literatur: Michael Hettenbach, Volker Kalus).

Wie hoch ist die Durchfallquote?
Die Durchfallquote bei der MPU lag nach den Erkenntnissen der Bundesanstalt für Straßenwesen im Jahr 2016 bei 59,2 Prozent. Man sollte sich aber verdeutlichen, dass das über alle Anlassgruppen hinweg gilt. Wenn man zum Beispiel die Anlassgruppe "Alkohol wiederholt" heranzieht, daher Antragsteller die mehrfach mit Alkohol im Straßenverkehr auffallen, so schaffen 44,9 Prozent die MPU  (Quantitative Informationen zur MPU - Harte Zahlen zur Fahreignungsbegutachtung, 2014 und 2015).

Gibt es Begutachtungsstellen bei denen die MPU leichter ist?

Alle Begutachtungsstellen sind an die Beurteilungskriterien für Fahreignung gebunden. Alle Gutachter machen zunächst Einhundert Gutachten unter Aufsicht, bevor sie "auf die Menschheit losgelassen" werden. Es gibt aber schwer fassbare Dinge zwischen den Menschen, die dennoch da sind. So spielt es manchmal für einen MPU-Kandidaten eine sehr große Rolle, ob er sich als Mensch wahrgenommen fühlt oder ob er das Gefühl hat, dass er nur eine "Nummer" oder ein "Fall" ist, der abgearbeitet werden muss. Genau diese schwer fassbaren Dinge kann man aber nicht wissen und darüber gibt es keine Statistiken.

Formale Fragen bei der MPU


"Formale Fragen" sind Fragen zu den Voraussetzungen und dem Ablauf einer MPU.

Kann der MPU-Vorbereiter auch meine MPU machen?

Das ist nicht möglich. MPU-Vorbereitung und die Durchführung der MPU ist in Deutschland seit 2009 getrennt (Fahrerlaubnisverordnung Anlage 15). Man will mit der Trennung von Beratung und Begutachtung die Akzeptanz der MPU in der Bevölkerung steigern.

Ist eine Anordnung des Abstinenznachweises durch die Behörde möglich?

In der Regel ordnet die Führerscheinstelle nicht direkt einen Abstinenznachweis an. Die Untersuchungen auf Abstinenz erfolgen in den meisten Fällen nicht "aufgrund einer Anordnung der Behörde". Die Untersuchungen erfolgen in den meisten Fällen auf eigenen Wunsch hin. Natürlich ist dieser Wunsch nicht ganz freiwillig. Da der Betroffene eine MPU vor sich hat, muss er in bestimmten Fällen Belege für seine Abstinenz vorlegen. Und es ist die Behörde, die ihm ein positives Fahreignungsgutachten abverlangt.

Man könnte sagen, dass es eine indirekte Aufforderung zu einem Abstinenznachweis gibt. Das ist aber nur eine hergeleitete Aufforderung und keine offene und direkte geäußerte Aufforderung. Die Behörde fordert den Betroffenen nicht direkt und schriftlich auf, Abstinenzbelege vorzulegen. Sie knüpft nur die Neuerteilung der Fahrerlaubnis an die Vorlage eines positiven Fahreignungsgutachtens. Ob ein Abstinenznachweis für diesen Zweck erforderlich ist, oder nicht, ist eine Frage der Einschätzung.

Die Führerscheinstelle hat mir eine kleine Liste von Begutachtungsstellen gesandt. Das sind nur sieben Stück, kann ich auch woanders hingehen?

Ja das ist möglich. Die Bundesanstalt für Straßenwesen gibt die Liste der amtlich anerkannten Begutachtungsstellen heraus. Die Liste gibt es in verschiedenen Varianten. Die Liste gibt es geordnet nach Träger und nach Postleitzahlen. Es gibt laut der BASt 274 Begutachtungsstellen für Fahreignung. Man kann zu jeder dieser Begutachtungsstellen gehen.

Kann man sich einen bestimmten Gutachter heraussuchen?

Das geht nicht. Man kann sich nur die Begutachtungsstelle heraussuchen. Einzelne Klienten, die eine negative MPU hatten, möchte wieder zu genau dem selben Gutachter gehen. Manchmal sagen die Gutachter auch: "Wenn Sie sich das nächste Mal bei einem Verkehrspsychologen vorbereiten und dann wieder kommen, dann gebe ich Ihnen ein positives Gutachten. Der Witz ist nur, wenn eine Begutachtungsstelle mehr als einen Gutachter hat, so kann man nicht sicher wissen, dass man wieder zu dem selben Gutachter gelangt.

Kann man ein Gutachten abbrechen, wenn man merkt, dass es schief läuft?

Das ist möglich. Man muss das dann aber konsequent und am Anfang des Gesprächs bei dem Psychologen machen. Der MPU-Kandidat schließt mit der Begutachtungsstelle einen Werkvertrag. Wenn er sofort am Anfang merkt, dass man ihn schlecht behandelt, so kann er das Gutachten abbrechen und fordern, dass ihm ein anderer Gutachter zugeteilt wird.

Was fange ich mit der Therapiebescheinigung an?

Die Therapiebescheinigung dient zur Vorlage beim Gutachten. Sie ist sozusagen die Eintrittskarte in ein positives Gutachten. Viele Gutachten sind negativ, wenn sich die Person nicht entsprechend vorbereitet und im Vorfeld bestimmte Dinge aufarbeitet.

In Fällen, in denen auch ein Abstinenznachweis zu fordern ist, muss eben dieser Abstinenznachweis ebenfalls erbracht werden. Die Therapiebescheinigung bzw. Maßnahmenbescheinigung ist nicht nur eine Art Quittung für die geleisteten Zahlungen des Klienten, sondern sie ist auch ein Hinweis auf die Ernsthaftigkeit, mit der sich der Klient mit seinen Problemen auseinandergesetzt hat.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der BASt unter dem Schlagwort "MPU".

MPU-Vorbereitung und MPU Fragen bezüglich der Begutachtungsstelle, der Gutachter und Umfang der Vorbereitung. Aufarbeitung und Abstinenznachweise



Inhaltsverzeichnis
1 Inhaltliche MPU-Fragen
1.1 MPU-Gutachter, Fragen
1.1.1 Antworten auswendiglernen
1.1.2 Sucht MPU Psychologe Schwächen
1.1.3 Teufelskreis
1.2 Vertrauen, Verantwortung
1.3 Dilemma des MPU-Kandidaten
1.4 Abstinenznachweise
1.5 MPU-Vorbereitung, Umfang
1.6 Gutachter, Rede-Antwort Fall
1.7 Kugeln stapeln
2 Grundlegende MPU-Fragen
2.1 EU-Führerschein machen
2.2 Durchfallquote
2.3 Begutachtungsstellen, MPU leichter bestehen
3 Formale MPU-Fragen
3.1 Kann MPU-Vorbereiter auch MPU machen?
3.2 Abstinenznachweis, Anordnung durch Behörde
3.3 Führerscheinstelle, Liste von Begutachtungsstellen
3.4 Einen bestimmten Gutachter heraussuchen
3.5 MPU-Gutachten abbrechen
3.6 Therapiebescheinigung

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